Falafel: Zutaten, Herkunft, Kalorien und Veganes
Falafel sind frittierte Bällchen oder Taler aus püriertem Kichererbsen- oder Ackerbohnenteig mit Kräutern und Gewürzen. Außen sind sie knusprig, innen grün und locker. Sie werden in Fladenbrot, auf dem Teller oder als Teil einer Meze gegessen. Falafel gehören zur Küche der Levante und Ägyptens, wer sie genau erfunden hat, ist allerdings umstritten.
Hier erfährst Du, woraus Falafel gemacht werden, woher sie kommen, wie viele Kalorien ungefähr drinstecken und ob sie vegan sind.
Was sind Falafel?
Der Teig für Falafel wird aus eingeweichten, nicht gekochten Hülsenfrüchten hergestellt. Sie werden mit Zwiebel, Knoblauch, frischen Kräutern wie Petersilie und Koriander sowie Gewürzen wie Kreuzkümmel püriert, zu Bällchen oder flachen Talern geformt und in heißem Öl frittiert. Was Du schmeckst, hängt stark von den Kräutern ab: Je mehr davon, desto grüner und frischer der Kern.
Die Grundzutat unterscheidet sich je nach Region:
- Kichererbsen: typisch in Syrien, im Libanon, in Palästina und Israel. Das Ergebnis ist etwas körniger und hell.
- Ackerbohnen (Fava): typisch in Ägypten, wo das Gericht Ta'amiya heißt. Der Kern ist feiner und sehr grün.
- Gemischt: manche Rezepte kombinieren beides.
Woher kommt Falafel? Eine umstrittene Frage
Die ehrliche Antwort: Das weiß niemand sicher. Mehrere Länder beanspruchen die Falafel für sich, und die Quellenlage ist dünn.
Häufig wird Ägypten genannt, wo Ta'amiya aus Ackerbohnen seit langem zum Alltag gehört. Manche Erzählungen verbinden sie mit koptischen Christen, die in der Fastenzeit ein Gericht ohne Fleisch suchten. Belegt ist das nicht lückenlos. Die Variante aus Kichererbsen gilt als levantinische Entwicklung, möglicherweise erst entstanden, als das Rezept aus Ägypten in die Levante wanderte.
Heute gilt Falafel in Libanon, Syrien, Palästina und Israel als Nationalgericht oder Straßenklassiker, und alle diese Länder haben berechtigte Verbindungen dazu. Sinnvoll ist deshalb die Einordnung: Falafel ist ein Gericht des östlichen Mittelmeerraums mit mehreren Wurzeln, nicht das Eigentum eines Landes. In der türkischen Küche sind Falafel kein traditionelles Gericht, kommen aber heute in vielen türkischen Restaurants als vegetarische Option vor.
Falafel Kalorien: Richtwerte
Falafel sind frittiert und deshalb energiereicher, als viele erwarten. Als grobe Schätzung gelten:
- Pro 100 g frittierte Falafel: etwa 300 bis 360 kcal
- Ein Bällchen (etwa 15 bis 25 g): etwa 50 bis 90 kcal
- Falafel in Fladenbrot mit Salat und Soße: etwa 500 bis 800 kcal
- Falafel-Teller mit Beilage: etwa 700 bis 1.100 kcal
Das sind Richtwerte aus allgemein bekannten Nährwertangaben, keine Messungen. Je nach Portionsgröße, Frittieröl und Soße liegt das tatsächliche Ergebnis darüber oder darunter. Im Vergleich zu einem Döner sind Falafel eine fleischlose, aber nicht automatisch kalorienärmere Wahl. Zum Vergleich: Kalorien im Döner: ehrliche Zahlen statt Mythen. Für Öz-Urfa-Portionen nennen wir keine Zahlen, weil wir sie nicht gemessen haben.
Sind Falafel vegan?
Falafel selbst sind in der Regel pflanzlich, weil sie aus Hülsenfrüchten, Kräutern und Gewürzen bestehen. Mancher Teig enthält etwas Mehl oder Backpulver, in seltenen Fällen Ei. Entscheidend ist der Rest des Gerichts:
- Soße: Zaziki und Cacık werden traditionell aus Joghurt gemacht, sind also nicht vegan. Tahini-Soße (Sesam) ist dagegen pflanzlich.
- Brot: Fladenbrot ist meist vegan, aber nicht in jedem Fall. Frage nach, wenn Du sicher sein willst.
- Frittieröl: Wird im selben Öl auch Fleisch oder anderes frittiert, ist das für streng vegane Gäste ein Thema.
Wenn Du vegan isst, sprich beim Bestellen kurz an, was Du möchtest, und lass die Zutaten bestätigen. Vegetarisch isst Du Falafel dagegen in aller Regel unproblematisch. Mehr dazu im Beitrag Vegetarisch türkisch: mehr als nur Beilagen.
Woran Du gute Falafel erkennst
Ob Imbiss oder Restaurant, ein paar Merkmale zeigen schnell, ob Falafel frisch und sorgfältig gemacht sind:
- Die Kruste ist goldbraun und knusprig, nicht dunkel oder ölig glänzend.
- Der Kern ist feucht und grün von Kräutern, nicht trocken oder mehlig.
- Das Bällchen zerfällt nicht sofort, sondern hält zusammen.
- Der Geschmack ist frisch nach Petersilie, Koriander und Kreuzkümmel, nicht fad.
Ein Zeichen für Frische ist, dass der Teig aus eingeweichten, rohen Hülsenfrüchten besteht. Wird gekochte Kichererbse verwendet, wird die Masse eher breiig und die Kruste weniger knusprig. Falafel schmecken am besten direkt nach dem Frittieren, denn mit der Zeit nimmt die Kruste Feuchtigkeit auf.
Falafel als Tasche, Rolle oder Teller
Falafel gibt es in drei klassischen Formen:
- Tasche: in aufgeschnittenem Fladenbrot, handlich und sättigend.
- Rolle: in dünnes Brot gewickelt, ähnlich wie ein Dürüm (mehr zum Dürüm).
- Teller: Falafel mit Beilagen, Salat und Soße, mit Besteck gegessen.
Welche Form Du wählst, hängt vom Hunger ab: Die Tasche ist die kleinste Option, der Teller die größte. Zu Falafel passen Gewürze wie Sumach und Kreuzkümmel, mehr dazu bei Pul Biber, Sumach & Isot.
Falafel bei Öz Urfa in Langenhagen
Bei Öz Urfa in der Walsroder Straße 28 gibt es Falafel in drei Varianten, wie auf der Speisekarte unter Vegetarisch zu sehen:
- Falafel Tasche (Nr. 73, 7,90 €), mit Salat und Zaziki
- Falafel Rolle (Nr. 74, 9,50 €), mit Salat und Zaziki
- Falafel Teller (Nr. 75, 15,90 €), mit Salat, Pommes oder Reis und Zaziki
Dazu kommen weitere vegetarische Gerichte wie die Vegi Tasche (Nr. 70, 8,30 €), die Vegi Rolle (Nr. 71, 8,90 €) und die Vegi Pide (Nr. 72, 10,90 €). Weil bei den Falafel-Gerichten Zaziki dabei ist, sind sie vegetarisch, aber nicht vegan. Wenn Du vegan essen möchtest, frage bitte im Restaurant nach, was sich ändern lässt. Alles ist halal zubereitet. Wie türkische Meze das Falafel-Essen ergänzen können, erklärt Meze: kleine Teller, große Wirkung. Öffnungszeiten stehen unter Kontakt.
Häufige Fragen zu Falafel
Woraus werden Falafel gemacht?
Aus eingeweichten, rohen Kichererbsen oder Ackerbohnen, die mit Zwiebeln, Knoblauch, Kräutern und Gewürzen püriert und frittiert werden. In Ägypten nimmt man traditionell Ackerbohnen, in der Levante Kichererbsen.
Woher kommt Falafel ursprünglich?
Das ist nicht sicher geklärt. Ägypten und die Levante haben beide gute Gründe, das Gericht für sich zu beanspruchen. Es ist ein Gericht des östlichen Mittelmeerraums mit mehreren Wurzeln.
Wie viele Kalorien haben Falafel?
Geschätzt etwa 300 bis 360 kcal pro 100 g, ein einzelnes Bällchen kommt auf etwa 50 bis 90 kcal. Das sind Richtwerte, keine Messungen einer bestimmten Portion.
Sind Falafel vegan?
Die Falafel selbst meist ja, das ganze Gericht aber nur, wenn Soße, Brot und Frittieröl ebenfalls pflanzlich sind. Joghurtsoßen wie Zaziki sind nicht vegan.